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Sie haben uns Ihre Geschichte erzählt!


Wer viel erlebt, hat auch viel zu erzählen. Leider können die Wände des Europa-Centers nicht sprechen. Sie würden uns unzählige Geschichten in den unterschiedlichsten Sprachen verraten. Wir wollten diese Anekdoten und Erlebnisse nicht nur hören, sondern auch veröffentlichen.

Vielen Dank an alle, die uns geschrieben und an ihren Geschichten im und rund um das Europa-Center Teil haben lassen - hier ein Auszug:

Ich kann einiges zum Europa-Center sagen. Ich bin Jahrgang 1957 und kann mich einigermaßen recht gut an das Jahr 1965 erinnern. Es war ja auch eine große Ankündigung und Sensation mit der Erbauung des Europa-Centers. Ein Hochaus mit vielen Geschäften erinnert an die Anfänge der Einkaufstempel bzw. Centers. Die Attraktion aber war die Eislauffläche genau im Innern des Europa-Centers. Sie war lange sehr beliebt und gut besucht. Ich war dort auch Eislaufen und habe mich mit Freunden bei guter Musik amüsiert. Leider wurde die Eislauffläche nach ein paar Jahren geschlossen, weil Menschen sich vom Dach des Europa-Centers stürzten und genau auf die Eislauffläche fielen. Das war immer ein großer Schock und ich nehme mal an, dass aus diesen Gründen die Bahn geschlossen wurde. Trotzdem war sie zur damaliger Zeit eine Attraktion und viele gingen dort gerne hin. Zu beachten wäre auch noch die Fußgängerbrücke genau über der Tauentzienstr. Heute wird sie kaum noch einer kennen, aber sie war auch viele Jahre Bestandteil vom Europa-Center. Das Europa-Center hat sich über die Jahre gehalten und ist immer noch ein Anziehungspunkt für uns ältere West-Berliner. Besonders schön finde ich bis heute noch, die Märchenwelt für Kinder zur Weihnachtszeit. Ich bin mit meinen Kindern, die schon erwachsen sind, jedes Jahr dort hingegangen. Das haben wir immer mit dem Weihnachtsmarktbesuch am Breitscheidplatz verbunden. Das Europa-Center in Berlin ist ein fester Bestandteil vom ehemaligen West-Berlin und zeugt von der Bebauungsinitiative und Aufwertung von West-Berlin. Über Jahre hat sich das Europa-Center etabliert und wird auch in Zukunft, was ich sehr hoffe, weiterhin zum Stadtbild der West-City bleiben. Das sind meine Erinnerungen an das Europa-Center und ich hoffe, dass ich einiges dazu schreiben konnte.
Thomas Völz

Unsere "Kennlerngeschichte"
„Papa, kannst Du Dir nicht wieder auch eine Frau suchen? Das ist alles so lustig hier, komm doch mal und guck mit zu!“ rief mir mein neunjähriger Sohn in die Küche zu, während er vorm Fernseher saß. Ich, der notorische Nicht-Fernseher, hatte ihn schweren Herzens vor die Flimmerkiste gesetzt, um ungehindert den Abwasch erledigen zu können. Seit meine damalige Frau ausgezogen war, versuchte ich nach Kräften, den Betrieb in unserer „Restfamilie“ am Laufen zu halten. Eine nette Familiensendung mit dem Titel: „Ich heirate eine Familie“. sollte es geben. Ich wollte mich später dazusetzen, und mit ihm zusammen den Rest anschauen. Aber nun drängelte er: „Das ist alles so lustig hier und so schön ... Komm doch  mal her und guck mit zu“, drängelte er. Schließlich gab ich nach und setzte mich zu ihm. Die Sendung, die ihn so begeisterte, war eine Familiensendung, die damals, im Frühjahr 1984, neu angelaufen war. Was sich da auf dem Bildschirm abspielte, war wirklich wunderschön.
„Na ja,“ dachte ich mir „wenn das so einfach wäre...“. Schon mehrfach hatte ich mit besonderem Interesse Heiratsanzeigen gelesen, aber nichts mich wirklich ansprechendes gefunden. So gab ich einen eigenen Text auf. Zwar glaubte ich nicht so recht an einen Erfolg, aber ich wollte nun mal nichts unversucht lassen. Eine Woche nach Erscheinen meiner Anzeige erhielt ich einen dicken Umschlag, worin eine Zuschrift mein besonders Interesse geweckt hatte. Ein wenig weich in den Knien stand ich am Tag unseres ersten Dates am Eingang in der Budapester Straße, als ein strahlender Wuschelkopf forsch um die Ecke kam und sich umschaute. „Sie sind wohl diejenige, auf die ich warte?“ begrüßte ich sie, worauf sie mit einem kecken „Scheint so...,“ antwortete.
Dann gingen  wir ins Tiffany's. Anfangs waren wir noch ein wenig schüchtern, aber dann durchbrachen wir unsere Befangenheit und tauschten uns immer offener aus. Unsere Gespräche wurden bald so lebhaft, dass die Dame hinter mir neugierig wurde. Jedenfalls rutschte sie mit ihrem Stuhl immer dichter heran. Die Zeit verging wie im Fluge. Irgendwann waren wir die letzten Gäste. Gegen Mitternacht machte uns der Ober darauf aufmerksam, dass er gleich Feierabend hatte, aber wir hatten uns immer noch so viel zu erzählen. Das musste der Ober wohl gespürt haben, denn er meinte, er würde noch seine Schichtabrechnung machen und dann seinen Arbeitstag beenden. Wir könnten jedoch auch danach noch gerne weiterhin bleiben. Er bat uns lediglich wenn wir gingen, die Kordel am Ausgang wieder einzuhängen. (Damals bestand die Eingangstür lediglich aus einer zwischen zwei Pfosten gespannter Kordel.)
Es wurde dann wirklich sehr spät (oder früh!!!). Jedenfalls sahen wir um vier Uhr noch den "Wasserwechsel" an der Wasseruhr. Irgendwann hieß es Abschied nehmen. Aber dass wir uns so bald wie möglich wiedersehen müssten, stand für uns beide außer Frage. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Diesmal sollten die Kinder mit dabei sein. Wenn ich nicht so tief in meinem Herzen gewusst hätte, dass es mit dieser Frau wirklich ernst ist, dann hätte ich mich nicht so schnell entschlossen, ihr meinen Sohn vorzustellen. Aber sie hatte an diesem Abend nicht nur meine Liebe sondern auch mein Vertrauen gewonnen. Am kommenden Tag trafen wir uns im Tiergarten zum Rudern am Neuen See. Es war der Ostersonnabend. Sie erwartete mich und meinen Sohn mit einem kleinen Lockenkopf, ihrer Tochter. Die Kinder begrüßten sich nicht weniger herzlich als wir Erwachsenen, und kurze Zeit später saßen wir „alle in einem Boot“.
--- Aber das ist die Kennlerngeschichte unserer Kinder. Jedenfalls standen die beiden Kinder seit diesem Tag nebeneinander, und wenn es nötig war, auch „Rücken an Rücken gegen den Rest der Welt“, später in der Teenagerzeit sogar auch mal gegen uns Eltern. Das liegt jetzt 30 Jahre zurück. Mehrmals besuchten wir anlässlich unseres "Kennlerntages" das Tiffany's. Aber wir stellten fest, dass eine so lange Kennlern-Gesprächsnacht dort nicht mehr möglich ist: um 22 Uhr ist dort Schluss... und die Kordel als "Eingangstür" gibt es auch nicht mehr...
Norbert Nakielski

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Ich bin Jahrgang 66 und erinnere mich daran, daß ich als kleines Kind von 6 oder 7 Jahren meine Eltern und meine Omi genervt habe, sie mögen mir doch Schlittschuhe kaufen und mit mir auf die Eisbahn gehen. Mein Gequengel hatte Erfolg und man mühte sich redlich, mir sportlich eher suboptimal talentiertem Geschöpf das Eislaufen auf der Eisbahn im Europa-Center beizubringen. Bei den anderen sah es so elegant aus, die lichtdurchflutete Lage in der Mitte des Centers sorgte auch für eine schöne Atmosphäre, doch ich rettete mich immer nur krampfhaft von Bande zu Bande. Als ich es dann schaffte, mir mit meinen eigenen Schlittschuhen über meine eigenen Finger zu fahren (!), sah auch ich ein, daß ich das Schlittschuhlaufen wohl besser sein lassen sollte. Die Finger sind übrigens dran geblieben...:-)
Sybille Clemens

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Zum 20-jährigen Jubiläum des Europa-Centers suchte der damalige Radiosender RIAS einen typisch berlinerischen Namen (wie z.B. Langer Lulatsch-Funkturm-: Klappstulle – Kongresshalle-) und machte dazu einen Wettbewerb, an dem ich mich beteiligte und mit meinem  Vorschlag „Quadratlatschen“ den 3.Preis gewann.
Den 1. und 2. Preis gewannen die Vorschläge „ Shops am Clops“(wobei ja jetzt der Brunnen wohl abgebaut werden soll?) und „Bummelsilo“. Ich habe dann innerhalb der Sendung des RIAS „Rundschau am Mittag“ den Preis während eines kurzen Interviews, dass darüber geführt wurde, wie es zu dieser Idee des Namens kam, entgegengenommen. In dieser Sendung, die aus dem Blumenhof neben der Wasseruhr übertragen wurde, trat unter anderem Johannes Rau als Ministerpräsident von NRW sowie auch damalige Mitglieder der „Stachelschweine“  auf. Es spielte zur Unterhaltung das RIAS-Tanzorchester unter Horst Jankowski. Es ist für mich in den letzten 30 Jahren bis zum jetzt folgenden 50. Jubiläum eine schöne Erinnerung geblieben. Den damaligen Mitschnitt (leider schon schlechte Tonqualität der Cassette) habe ich mir, bevor ich diese kleine Geschichte schrieb, jetzt noch einmal angehört. Leider hat sich keiner der gewählten Namen eingeprägt und sich auch nie im Sprachgebrauch durchgesetzt, wie man sich das damals vorgestellt hat.
Frank Arendt

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Marcus Schönfeld, über Facebook: Eine Adresse im Europa-Center, das hatte schon etwas Besonderes. Wer dort saß, verfügte über eine halboffiziellen Status, mein Kontaktlinsen-Institut zum Beispiel. Das wirkte irgendwie versierter als ein normaler Optiker um die Ecke. Und wenn man dann auch noch zum ersten Mal die Linsen einpasste und der Blick auf die Schwimmenden in den Thermen fiel...

Olaf Brandenburg: Ein Shoppingcenter, das zum Landmark der Stadt wird, diesen Alleinanspruch kann das Europa-Center sicher für sich behalten, denn solch ein ähnlich großes, zusammenhängendes Areal können sie heute in der Stadt kaum mehr erwerben.

Ivan Krusnik: So kam es dann zum ersten Zwischenbauabschnitt, nämlich der Aufstockung durch diese Ausstellungshalle, die dann zunächst gebaut wurde und die gleich im Februar 1973 gebrannt hatte. Da war der berühmte Dachbrand. Die Handwerker hatten die Wärmedämmung verlegt und dabei Gasflaschen benutzt und das hat sich entzündet. Das war eine wahnsinnigen Rauchentwicklung bis über das Hochhaus hinaus und man hat gedacht, Mensch, das ganze Europa-Center brennt. Das war unglaublich. Der Rauch war aber nicht heiß, eher eine Verpuffung. Das Hochhaus blieb unbeschadet und auch die Konstruktion darunter. Jedenfalls entstand dort dann eine große Ausstellungshalle.

Michael Braun: Also ich kann mich an eine Wohltätigkeitsaktion des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen erinnern. Der ließ sich für die SOS-Kinderdörfer in Bangladesh mit Streuselkuchen aufwiegen, haha! (Anmerkung der Redaktion: Das war 1991)

Ivan Krusnik: Die Eröffnungsfeier wurde vorbereitet und Herr Pepper sollte dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt alles zeigen. Und dann haben sie gesagt: Aber wir brauchen doch jemanden, der vorgeht vor der ganzen Gruppe von VIPs, jemand, der das Center gut kennt. Aber das kann doch nicht der Architekt selber machen. Da hieß es dann: Ach, dann nehmen sie doch den jungen Mann, also haben sie mich genommen. Ich war bei der Eröffnung sozusagen der Führer, der ciccerone für die ganze Gruppe.

Peter Kammer, über Facebook: Im Europa-Center stand einer der ersten (wenn nicht der erste) Großrechner bei der Klaus Steckel AG. Auf jeden Fall hab ich noch einige Lochkarten von damals zu Hause. Aber danach muss ich erst mal suchen.  (Anmerkung der Redaktion: Hat er dann leider nicht gefunden :-))